Mythos 2: Der G-Punkt ermöglicht Frauen den Orgasmus auf Knopfdruck
Es ist eine verlockende Vorstellung, dass es in den Tiefen unseres Unterleibs einen Knopf gibt,
den man nur drücken muss, um eine erotische Rakete zu zünden. Der Gynäkologe Ernst
Gräfenberg glaubte, diesen Hot Spot gefunden zu haben. 1950 stiess er an der
Scheidenvorderwand auf einen angeblich äusserst erogenen Gewebe-Knubbel, der bei leichtem
Druck zum Höhepunkt fuhren soll. Seit dieser Zeit bringt das nach seinem Entdecker G-Punkt
genannte Lustknöpfchen vor allem die Forscher in Wallung. Sie streiten sich bis heute, ob der
Zauberpunkt
a) gar nicht existiert,
b) ein Ausläufer der Klitoris ist,
c) mit dem Harnröhren-Schliessmuskel oder
d) mit einer Schleimdrüse identisch ist.
Auch im Praxistest
entpuppt sich der G-Punkt leider oft als Abtörner. In einer deutschen Studie gaben nur 8,4
Prozent der Befragten an, dass sie eine Stimulation dieser Stelle erregt; andere emp-fanden eine
Reizung sogar als unangenehm oder konnten trotz intensiver Recherchen nicht fündig werden.